,

Das Freiwillige Ordensjahr

Dieses Angebot bietet die Möglichkeit, Ordensleben von der Innenseite her kennen zu lernen, ohne eine Bindung auf Dauer einzugehen. Mitleben, Mitbeten, Mitarbeiten in einem Kloster wird zur Weggemeinschaft mit Ordensleuten. Gemeinsam wird gesucht und gefunden, gelacht, geschwiegen und Vieles besprochen…

Offen für alle Altersgruppen und Lebensphasen.

Mehr Info hier

Betastet, besprochen, bespielt – die Kapelle des Kardinal König Hauses

Sie sind eingeladen, diesen versteckten Andachtsraum in Wien-Speising auf sinnliche Weise näher kennen zu lernen. Der Direktor des Hauses gibt nützliche Informationen zur Entstehung der Kapelle, eine Gruppe von Tagungsteilnehmerinnen und –teilnehmern erschließt spielerisch drei markante Kunstwerke des Raumes.

 

Bundesverband Kirchenpädagogik

Mehr als 120 TeilnehmerInnen kommen nach Salzburg

Vom 15. bis 17. September 2016 findet die Jahrestagung des deutschen Bundesverbandes Kirchenpädagogik im Bildungszentrum St. Virgil in Salzburg statt. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Deutschland und Österreich haben sich zu der Tagung mit dem Titel „Gemeinschaft als Thema und Konzept in der Kirchenpädagogik“ angesagt. Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Bundesverbands Kirchenpädagogik e.V. mit WienORDENtlich und dem Referat für die Kulturgüter der Orden Österreichs.

Die Tagung wird sich den verschiedenen Aspekten von „Gemeinschaft“ in der Kirchenpädagogik widmen. Im Mittelpunkt stehen das Experimentieren und das Erproben neuer Aspekte gemeinschaftlicher Kirchenerkundungen. Die zahlreichen Kirchen Salzburgs bieten dafür auch viel Raum.

Mehr „Event“ als Tagung

Vielleicht müsste man deshalb auch eher von einem „Event“ als von einer Tagung sprechen. So besteht die erste Aufgabe für das Publikum am Donnerstag darin, gemeinsam nach einer vorgegebenen Skizze den Saal zu bestuhlen. Warum? Kirchenbänke für alle sind nämlich eine recht junge Erfindung in der Kirchenbaugeschichte (ab der Mitte des 16. Jh.).

Zehn Workshops ermöglichen viele Formen der Beteiligung

Insgesamt zehn Workshops ermöglichen am Freitagnachmittag viele Formen der Beteiligung: So kann man tanzend den Raum der Dreifaltigkeitskirche erleben oder mit der eigenen Stimme die verschiedenen Dimensionen der Universitätskirche ausloten („Gott erkennt mich an der ganz persönlichen Art meines Juchaza“). Ein Workshop ermöglicht es, sich in Flucht und Vertreibung in Geschichte und Gegenwart in der evangelischen Christuskirche einzufühlen. Die Kirchenerkundung von St. Peter wird alte Bücher und Archivalien mit einbeziehen. Ein weiterer Aspekt wird die Kirche am Nonnberg vermitteln, die man als Paar (egal, ob frisch vermählt, 40 Jahre verheiratet oder nur für diesen Workshop zusammengefunden) erleben kann. Zu guter Letzt kann man die Fürsterzbischöfe anhand ihrer Grabmäler im Salzburger Dom wieder lebendig werden lassen, u.v.a.m.

Wert von Gemeinschaft

Die Workshops werden von einem klassischen Vortrag begleitet: Die evangelische Ordensfrau Sr. PD Dr. Nicole Grochowina von der Christusbruderschaft Selbitz (Mitteldeutschland) wird über den Wert von Gemeinschaft im Christentum, Neuanfänge von Gemeinschaftsleben in der evang. Kirche nach dem 2. Weltkrieg, und Martin Luthers Sicht von Ordensleben und Familie sprechen.

Stadtspaziergang mit literarischer Note

Ein abendlicher Stadtspaziergang mit literarischer Note ist attraktiv sowohl für Salzburger als auch für Gäste z.B. aus Hamburg, die zum ersten Mal in der Stadt sind – Wer kennt schon die Rede, die zur Einweihung des Mozartdenkmals gehalten wurde? Oder wer weiß, dass die Klage über den Salzburger Schnürlregen schon Jahrhunderte alt ist?

Kunst, Geschichte und Theologie

Kirchenpädagogik ist eine Möglichkeit, Kunst, Geschichte und theologische Zusammenhänge Menschen zu vermitteln, die unsere Kirchen besuchen und Fragen haben, oft aber nur mehr wenig Vorkenntnisse mitbringen, wie Bilder, Symbole, ja der typische Stil einer ganzen Epoche zu verstehen sind. Auch Klöster und Ordensgemeinschaften entdecken mehr und mehr, wie sie mit Methoden der Kirchenpädagogik besser ihr Charisma an interessierte Besucherinnen und Besucher weitergeben können.
Veranstalter

Die Veranstaltung ist eine Kooperation des Bundesverbands Kirchenpädagogik e.V. mit WienORDENtlich (Verantwortliche in Österreich: Sr. Ruth Pucher) und dem Referat für die Kulturgüter der Orden Österreichs (Leiterin: Helga Penz).

Der BV Kirchenpädagogik

Der Bundesverband besteht seit dem Jahr 2000 und fördert kirchenpädagogisches Arbeiten in Theorie und Praxis (also weniger klassische Kirchenführungen als Kirchenerkundungen unter Einsatz aller Sinne). Er ist in allen deutschen Bundesländern vertreten, hat 72 institutionelle und ca. 200 persönliche Mitglieder, davon ca. 80 Prozent evangelisch und 20 Prozent katholisch. Es gibt eine zertifizierte Ausbildung Kirchenpädagogik. Seit etwa zehn Jahren sind auch Österreicher/innen Mitglied im deutschen Bundesverband Kirchenpädagogik.
Der Bundesverband sieht sich als Forum für Erfahrungsaustausch und ist Herausgeber einer jährlichen Zeitschrift „Kirchenpädagogik“. Mitgliederversammlung und Jahrestagung finden jeweils am 3. Wochenende im September an wechselnden Orten statt, 2016 erstmalig in Österreich.
Mehr Info finden Sie auf der Homepage des BV Kirchenpädagogik und bei den Österreichischen Ordensgemeinschaften.

http://www.bvkirchenpaedagogik.de/

[rs]

Seht das Zelt Gottes unter den Menschen!

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 21,1-5a) von Sr. Ruth Pucher

Diese Worte aus der Offenbarung des Johannes stehen in Kapitalschrift an der Kapellenwand im Münchner Regionalhaus der Missionarinnen Christi. Sie deuten nicht nur den Gebetsraum als einen Ort, wo Gott mitten unter uns sein Zelt aufschlägt, wenn wir uns in seinem Namen versammeln, sondern sie bezeichnen ihn auch als die himmlische Stadt Jerusalem. Das neue Jerusalem steht für Zukunft, Feststimmung, Freude.
Deshalb hören wir diese Lesung oft auch bei Beerdigungen. Sie vermag es, unseren Horizont, der dann besonders von Trauer und Sorgen verhangen ist, zu lichten. Denn Großes ist uns verheißen: Gott wird alle Tränen abwischen; Klage, Mühsal und Tod werden nicht mehr sein. Alles ist dann neu!

Wenn wir in unserer Kapelle beten – und nicht nur dort – vollzieht sich ein heiliges Spiel: Mit jedem Atemzug, den wir tun, mit jedem Vers, den wir sprechen, mit jedem Lied, das wir anstimmen, spielen wir uns hinein in diese neue Wirklichkeit. Wir dürfen uns so verhalten, als sei sie schon da, die neue Zeit – und in der Tat ist sie es durch uns! In jeder von uns lebt der auferstandene Christus und durch uns in unserer Welt.
Der Legendenschatz um Maria Magdalena weiß zu berichten, dass sie viele Jahre als Eremitin gelebt hat. Immer, wenn sie sich zum Gebet setzte, wurde sie von Engeln in den Himmel getragen, um dort mit ihnen vereint das Lob Gottes zu singen. Im Gebet wird Zukünftiges gegenwärtig.
Herr Jesus Christus, stärke uns im Glauben an dich und lass durch uns deine Zukunft schon heute anbrechen.

Mehr auch unter Missionarinnen Christi.

Trost oder Vertröstung?

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 7, 9-17) von Sr. Ruth Pucher

„Menschen, die aus der großen Bedrängnis kommen.“ Wer denkt heute bei dieser Formulierung nicht an Flüchtlinge, die ihr Land verlassen mussten, um ihr Leben zu retten? Wer denkt heute dabei nicht an diejenigen, die gestorben sind – im Krieg, auf dem Mittelmeer, an den Grenzzäunen Europas?
Johannes richtet sich mit seinem Buch an Menschen in sehr konkreten Notsituationen: Verfolgung, Flucht, Tod. Er schaut ein Gegenbild zur Realität – seiner Zeit, unserer Zeit. Er zeigt auf, wie es sein könnte: Diejenigen, die gerade noch im Schlamm kauerten, stehen aufrecht in weißen Gewändern und feiern Gottesdienst. Die Heimat- und Obdachlosen finden Schutz. Niemand von ihnen leidet mehr an Hunger und Durst, Hitze oder Kälte. Es gibt keinen Grund mehr zu weinen.
Trost oder Vertröstung? Die Offenbarung des Johannes ist das große Buch christlicher Hoffnung. Texte wie diese haben Menschen befähigt, an ihrem Glauben festzuhalten und auf Gottes Rettung zu vertrauen – in diesem Leben und danach. Jesus Christus ist ihre und unsere Ausrichtung. Sein Herz schlägt für das Leben aller Menschen und er sehnt sich nach unserer Hingabe an ihn und unsere Welt – mit allen Herausforderungen, die sie uns stellt. Am Weltgebetstag für geistliche Berufungen beten wir:
Gott, du führst alle Menschen in Not zu einem Ruheplatz am Wasser. Schenke unserer Welt junge Menschen, die sich in besonderer Weise von dir in Dienst nehmen lassen.

Mehr auch unter Missionarinnen Christi.

,

Erster Infotag zum Ordensjahr

Am 14. April 2016 fand im Kardinal König Haus in Wien 13 der erste Infotag zum „Freiwilligen Ordensjahr“ statt.

Schon beim ersten Treffen stieß das Projekt auf großes Interesse: Frauenorden-Generalsekretärin Sr. Cordis Feuerstein und Koordinatorin Sr. Ruth Pucher konnte rund 40 VertreterInnen von Ordensgemeinschaften und die ersten zehn InteressentInnen begrüßen.

Fast ist man versucht zu sagen: Es herrschte volles Haus im Kardinal König Haus. Sr. Ruth Pucher, Koordinatorin und Mitinitiatorin des Projektes „Freiwilliges Ordensjahr“, hatte den ersten Infotag zeitlich zweigeteilt: Teil 1 diente dazu, interessierten Ordensgemeinschaften, nachdem sie intern eine erste kurze Ideenbeschreibung erhalten hatten, ausführlichere Informationen zukommen zu lassen. Teil 2 richtete sich an die ersten Interessentinnen und Interessenten, die mehr über die Rahmenbedingungen des „Freiwilligen Ordensjahres“ erfahren wollten.

2016_04_15_ordensjahr_4502

Mit dem ersten Infotag am 14. April war sozusagen der inoffizielle Startschuss gegeben worden (eigentlicher Projektstart ist im September 2016) – und das mit erfreulichem Ergebnis. Rund 40 Ordensgemeinschaften aus Oberösterreich und dem Großraum Wien (für Innsbruck gibt es einen Infotag am 27. April, für Graz am 19. Mai) waren ins Kardinal König Haus gekommen, um das „Freiwillige Ordensjahr“ von der Theorie in die Praxis zu begleiten.

Bereicherung für beide Seiten

„Das Projekt ist eine Frucht des JAHR DER ORDEN“, erzählte Generalsekretärin Sr. Cordis Feuerstein von der Vereinigung der Frauenorden Österreichs. “Wir wollen mittragen und mithelfen, nicht nur auf finanzieller Basis, dieses Projekt zu realisieren.“ Ziel sei gar nicht so sehr die Rekrutierung von neuen Ordensleuten, auch „wenn wir nichts dagegen hätten, wenn die eine oder der andere in der Gemeinschaft hängen bleibt“; vielmehr freue man sich auf den Blick von außen, der für viele Gemeinschaften sicherlich eine Belebung sei. „Beide Seiten können davon profitieren“, ist sich Generalsekretärin Feuerstein sicher. „Das gegenseitige Anteilnehmen und Anteilgeben ist eine Bereicherung.“

Auch Koordinatorin Sr. Ruth Pucher ist davon überzeugt: „Wir haben eine Win-win-Situation. Es begegnen sich zwei Welten, die sich gegenseitig etwas zu sagen haben, die sich gegenseitig in den Fragen nach der Zukunft unterstützen können.“ Die Ordensjahr-Teilnehmer/innen erhalten die Möglichkeit, Ordensleben von der Innenseite her kennen zu lernen. Die Zeit in der Ordensgemeinschaft kann dazu dienen, eine Balance von Gemeinschaft, Gebet und beruflichem Engagement zu finden. Lebensentscheidungen können in dieser Zeit überdacht werden, neue berufliche Felder erprobt werden. Der persönliche Glaube kann Vertiefung erfahren.
Kein Urlaub, sondern echtes Mitleben

Eines soll ganz klar kommuniziert werden: „Wir sprechen hier nicht von einem Urlaub im Kloster, sondern von einem echten Mitleben“, bringt es Koordinatorin Pucher auf den Punkt. „Wer mitmacht, wird zu einem Teil des Konvents, ohne formal an die Gemeinschaft gebunden zu sein. Man nimmt zur Gänze am Ordensleben teil.“

Das „Freiwillige Ordensjahr“ beruht auf vier Säulen:
* Mitleben: regelmäßige Teilnahme an den Gebetszeiten und am Gemeinschaftsleben.
* Arbeit: beruflicher oder ehrenamtlicher Einsatz innerhalb oder außerhalb der jeweiligen Ordensgemeinschaft im Umfang von mindestens 30 Wochenstunden.
* Fortbildung: Reflexion zum Thema Ordensleben an mindestens zwei Tagen pro Quartal.
* Begleitung: zumindest einmal im Monat setzt man mit seiner Vertrauensperson, einem qualifiziertes Ordensmitglied der jeweiligen Ordensgemeinschaft, zusammen.

Das Angebot richte sich sowohl an junge Frauen und Männer, die nach Schulabschluss oder Berufsausbildung oder während des Studiums auf der Suche nach ihrem persönlichen Lebensweg sind. Aber auch Menschen im fortgeschrittenen Alter, die eine Auszeit nehmen oder sich neu orientieren wollen, sind herzlich willkommen. Während man als StudentIn das „Freiwillige Ordensjahr“ unter der Trägerschaft des FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) nach deren rechtlichen Bestimmungen absolvieren kann, wird bei älteren Personen eine individuelle Absprache getroffen.

Die Dauer des Mitlebens bewegt sich zwischen drei Monate und einem Jahr und kann flexibel gehandhabt werden.
Fazit: Viel Begeisterung, aber auch ein bisschen Angst

Eine erste Stimmungsschau unter den anwesenden Ordensfrauen und -männern zeigt, dass die Begeisterung durchaus groß ist. Man sieht das Modell hauptsächlich als Chance, neue Sichtweisen, Perspektiven und Erfahrungen kennenzulernen – und davon zu profitieren. Gleichzeitig verspüre man ein wenig Angst, den Erwartungen nicht gerecht zu werden. Oder den Anforderungen („Wir sind ein kleiner, alter Konvent“) nicht gewachsen zu sein. Mitmachen möchten aber alle.

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Interessentinnen und Interessenten, die für erste Informationen ins Kardinal König Haus gekommen waren. Die hauptsächliche Motivation kristallisiert sich schnell heraus: Die Sehnsucht nach Gemeinschaft und der Wunsch nach einer Veränderung. „Ich habe das Gefühl, dass ich seit Jahren auf der Stelle trete“, erzählt der 45jährige Bernd. „Ich möchte einen Entwicklungsschritt machen.“ Ähnlich sieht es auch die 40jährige Susanne: „Ich arbeite bereits seit einigen Monaten ehrenamtlich in einem Hospiz und überlege, in einen Orden einzutreten. Das Freiwillige Ordensjahr gibt mir die Möglichkeit, sozusagen auf Probe in einem Orden zu leben.“ Auch bei den zukünftigen TeilnehmerInnen liegt ihre größte Angst darin, dass ihre Erwartungen zu groß sind und nicht erfüllt werden können. Doch wie Bernd zum Abschied sagt: „Wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich es auch nie wissen.“

Nächste Infotage:

* Mittwoch, 27.04.16, Innsbruck, Kapuzinerkloster, 15.00 Uhr für Ordensleute, 18.00 Uhr für Interessierte
* Donnerstag, 19.05.2016, Graz, Kloster der Grazer Schulschwestern, Georgigasse 84, Graz-Eggenberg, 15.00 Uhr für Ordensleute, 17.00 Uhr für Interessierte

Mehr Infos: www.ordensjahr.at

Mission Piano

Seit heute ist auch meine Mitschwester Joanna Jimin Lee im Internet mit einem eigenen Auftritt vertreten.

missionpiano

Musik zum mehr Mensch-Sein, das ist die Mission der Pianistin und Ordensfrau Joanna Jimin Lee.

Sie freut sich sehr über einen Besuch auf missionpiano.com

Hundertundeine Million …

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 5,11-14) von Sr. Ruth Pucher

„Zehntausend mal zehntausend und tausendmal tausend“ Engel, die um den Thron Gottes versammelt sind: Mit dieser Zahl versucht Johannes, sich der göttlichen Herrlichkeit anzunähern. Er spricht von mehr Engeln, als das Römische Weltreich damals Bewohner hatte.
Gottes Größe und Strahlkraft sind unbeschreiblich. Menschliche Bilder müssen sie verfehlen.
Konkret vorstellbar ist hingegen der Inhaber des Thrones: ein Lamm. Alltäglich und wehrlos ist es, das klassische Opfertier.
Die Extreme der Darstellung sprengen jeden Rahmen. Dennoch haben es Künstler immer wieder unternommen, Johannes Worte zu fassen.
Aus der Brust des Lammes im Zentrum des Genter Altars spritzt ein Blutstrahl in einen Kelch. Dieses Lamm ist geschlachtet, aber es steht aufrecht. Es ist ein starkes Symbol für Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist.
In jeder Eucharistiefeier blicken wir auf das „Lamm Gottes“, wenn der Priester das geweihte Brot bricht und erhebt. Dabei bekennen und bitten wir: Du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser, (…) gib uns deinen Frieden.
Jesus Christus ist das Lamm Gottes. Er hat Gewaltlosigkeit und Liebe nicht nur gepredigt, sondern gelebt – mit allen Konsequenzen. Daher vertrauen wir ihm unsere friedlose Welt an.
Johannes schaute in seiner Vision nicht nur Engel. Er wurde Zeuge, wie „alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde“ einen Chor zum Lobe Gottes bildeten – ein starkes Bild des Friedens. Die Weltbevölkerung allein zählt heute mehr als siebentausend Millionen…
Gott, vereine alle Menschen und alle Engel zu einem Chor, auf dass wir dich preisen und in Frieden zusammenleben.

Mehr auch unter Missionarinnen Christi.

Fürchte dich nicht!

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 1,9-19) von Sr. Ruth Pucher

Johannes stellt sich den Lesern und Leserinnen zu Beginn seines Buches vor und solidarisiert sich zugleich mit ihnen. Wie sie lebt er in einer verworrenen Zeit und leidet als Mitglied der jungen Kirche unter den Verfolgungen im Römischen Kaiserreich. Viele Christinnen und Christen gegen Ende des 1. Jh. waren verunsichert, ob sie mit ihrem Glauben noch richtig lägen. Jesus hatte doch gesagt: „Habt Mut, ich habe die Welt besiegt.“ (Joh 16,33) Und nun waren sie in so großen Nöten. Wie sollten sie sich verhalten?
Was Johannes auf der Insel Patmos geschaut hat, bringt Licht und Hoffnung in ihr Leben zurück. Er malt mit Worten eine Gestalt, die sie aufzurichten vermag. Die Worte, die er wählt, werden ihnen bekannt vorgekommen sein. Doch sie übertreffen alles bislang Gehörte an Strahlkraft und Glanz. Es besteht für sie kein Zweifel mehr daran, dass es Jesus Christus selbst ist, der aus der Ewigkeit in ihre Gegenwart hinein gesprochen hat.
„Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige.“ Es ist die Botschaft des auferstandenen Christus, den wir an Ostern feiern.
Gerade wenn ich umherirre, den Überblick vermisse und weder ein noch aus weiß, darf ich darauf vertrauen, dass Gott mit mir ist:

Gott, du bist das Licht am Ende des Tunnels und die Leuchte auf meinem Weg.

Mehr auch unter Missionarinnen Christi.