Seht das Zelt Gottes unter den Menschen!

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 21,1-5a) von Sr. Ruth Pucher

Diese Worte aus der Offenbarung des Johannes stehen in Kapitalschrift an der Kapellenwand im Münchner Regionalhaus der Missionarinnen Christi. Sie deuten nicht nur den Gebetsraum als einen Ort, wo Gott mitten unter uns sein Zelt aufschlägt, wenn wir uns in seinem Namen versammeln, sondern sie bezeichnen ihn auch als die himmlische Stadt Jerusalem. Das neue Jerusalem steht für Zukunft, Feststimmung, Freude.
Deshalb hören wir diese Lesung oft auch bei Beerdigungen. Sie vermag es, unseren Horizont, der dann besonders von Trauer und Sorgen verhangen ist, zu lichten. Denn Großes ist uns verheißen: Gott wird alle Tränen abwischen; Klage, Mühsal und Tod werden nicht mehr sein. Alles ist dann neu!

Wenn wir in unserer Kapelle beten – und nicht nur dort – vollzieht sich ein heiliges Spiel: Mit jedem Atemzug, den wir tun, mit jedem Vers, den wir sprechen, mit jedem Lied, das wir anstimmen, spielen wir uns hinein in diese neue Wirklichkeit. Wir dürfen uns so verhalten, als sei sie schon da, die neue Zeit – und in der Tat ist sie es durch uns! In jeder von uns lebt der auferstandene Christus und durch uns in unserer Welt.
Der Legendenschatz um Maria Magdalena weiß zu berichten, dass sie viele Jahre als Eremitin gelebt hat. Immer, wenn sie sich zum Gebet setzte, wurde sie von Engeln in den Himmel getragen, um dort mit ihnen vereint das Lob Gottes zu singen. Im Gebet wird Zukünftiges gegenwärtig.
Herr Jesus Christus, stärke uns im Glauben an dich und lass durch uns deine Zukunft schon heute anbrechen.

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