Trost oder Vertröstung?

Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 7, 9-17) von Sr. Ruth Pucher

„Menschen, die aus der großen Bedrängnis kommen.“ Wer denkt heute bei dieser Formulierung nicht an Flüchtlinge, die ihr Land verlassen mussten, um ihr Leben zu retten? Wer denkt heute dabei nicht an diejenigen, die gestorben sind – im Krieg, auf dem Mittelmeer, an den Grenzzäunen Europas?
Johannes richtet sich mit seinem Buch an Menschen in sehr konkreten Notsituationen: Verfolgung, Flucht, Tod. Er schaut ein Gegenbild zur Realität – seiner Zeit, unserer Zeit. Er zeigt auf, wie es sein könnte: Diejenigen, die gerade noch im Schlamm kauerten, stehen aufrecht in weißen Gewändern und feiern Gottesdienst. Die Heimat- und Obdachlosen finden Schutz. Niemand von ihnen leidet mehr an Hunger und Durst, Hitze oder Kälte. Es gibt keinen Grund mehr zu weinen.
Trost oder Vertröstung? Die Offenbarung des Johannes ist das große Buch christlicher Hoffnung. Texte wie diese haben Menschen befähigt, an ihrem Glauben festzuhalten und auf Gottes Rettung zu vertrauen – in diesem Leben und danach. Jesus Christus ist ihre und unsere Ausrichtung. Sein Herz schlägt für das Leben aller Menschen und er sehnt sich nach unserer Hingabe an ihn und unsere Welt – mit allen Herausforderungen, die sie uns stellt. Am Weltgebetstag für geistliche Berufungen beten wir:
Gott, du führst alle Menschen in Not zu einem Ruheplatz am Wasser. Schenke unserer Welt junge Menschen, die sich in besonderer Weise von dir in Dienst nehmen lassen.

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