Gedanken zur Sonntagslesung aus dem Buch der Offenbarung (Kapitel 5,11-14) von Sr. Ruth Pucher

„Zehntausend mal zehntausend und tausendmal tausend“ Engel, die um den Thron Gottes versammelt sind: Mit dieser Zahl versucht Johannes, sich der göttlichen Herrlichkeit anzunähern. Er spricht von mehr Engeln, als das Römische Weltreich damals Bewohner hatte.
Gottes Größe und Strahlkraft sind unbeschreiblich. Menschliche Bilder müssen sie verfehlen.
Konkret vorstellbar ist hingegen der Inhaber des Thrones: ein Lamm. Alltäglich und wehrlos ist es, das klassische Opfertier.
Die Extreme der Darstellung sprengen jeden Rahmen. Dennoch haben es Künstler immer wieder unternommen, Johannes Worte zu fassen.
Aus der Brust des Lammes im Zentrum des Genter Altars spritzt ein Blutstrahl in einen Kelch. Dieses Lamm ist geschlachtet, aber es steht aufrecht. Es ist ein starkes Symbol für Jesus Christus, der gekreuzigt wurde und auferstanden ist.
In jeder Eucharistiefeier blicken wir auf das „Lamm Gottes“, wenn der Priester das geweihte Brot bricht und erhebt. Dabei bekennen und bitten wir: Du nimmst hinweg die Sünde der Welt, erbarme dich unser, (…) gib uns deinen Frieden.
Jesus Christus ist das Lamm Gottes. Er hat Gewaltlosigkeit und Liebe nicht nur gepredigt, sondern gelebt – mit allen Konsequenzen. Daher vertrauen wir ihm unsere friedlose Welt an.
Johannes schaute in seiner Vision nicht nur Engel. Er wurde Zeuge, wie „alle Geschöpfe im Himmel und auf der Erde“ einen Chor zum Lobe Gottes bildeten – ein starkes Bild des Friedens. Die Weltbevölkerung allein zählt heute mehr als siebentausend Millionen…
Gott, vereine alle Menschen und alle Engel zu einem Chor, auf dass wir dich preisen und in Frieden zusammenleben.

Mehr auch unter Missionarinnen Christi.